Blumen-Paradies im Engadiner Fenster

Blumen-Paradies

Dass Samnaun mit seinen über 900 Pflanzenarten ein eigentliches Pflanzenreservat in den Alpen darstellt, ist vielfach wenig bis gar nicht bekannt. Die Schaffung eines Pflanzenlehrpfades hat diesem Umstand Rechnung getragen. 27 informative Pflanzentafeln mit herrlichen Aufnahmen zeigen die einzigartige Alpen-Flora.

In der Geologie bezeichnet ein Fenster eine Erosionserscheinung. Dabei wird eine Überschiebungsdecke so stark erodiert, dass die überfahrene, tiefer liegende Gesteinseinheit in einem „Loch“ wieder zu Tage tritt. Im Engadin treten Bündnerschiefer (Penninikum) an die Oberfläche, die sonst weiträumig von Ostalpinen Decken überfahren sind. Während sich das Gebiet leicht gehoben hat, schnitt sich der Inn immer weiter ein, wodurch das Fenster entstand. 

Engadiner Fenster

Das Engadiner Fenster ist die geologische Bezeichnung für ein in Südwest-Nordost verlaufendes, länglich-ovales tektonisches Fenster im Unterengadin zwischen Zernez (Graubünden) und Landeck (Tirol) in den österreichischen und Schweizer Alpen. Die Ausmasse des Fensters betragen 17 x 55km, es liegt in etwa zu gleichen Teilen in der Schweiz und in Österreich. In diesem Fenster treten Bündnerschiefer (Penninikum) an die Oberfläche, die sonst weiträumig von Ostalpinen Decken überfahren sind. Während sich das Gebiet leicht gehoben hat, schnitt sich der Inn immer weiter ein, wodurch das Fenster entstand. 

Dieses tektonische Phänomen im unteren Unterengadin und Samnaun sowie im oberen Inntal ist eine Überlagerung jüngerer Gesteine durch ältere. Der penninische Untergrund wurde aufgewölbt, und die darüber liegenden Schichten wurden der Erosion ausgesetzt. So treten die tieferen Deckensysteme, die Bündner Schiefer, an die Oberfläche. Die penninischen Schiefer bilden also das Innere des Fensters. Der Rahmen besteht im Nordwesten aus dem Altkristallin der Silvretta-Decke. Im Süden ist dieses Altkristallin auf ein schmales Band reduziert von der mächtigen Sedimentmasse der Unterengadiner Dolomiten. Im Südosten tritt an Stelle der Silvretta-Decke das Altkristallin der Ötztal-Decke.

Samnaun liegt praktisch im Zentrum von diesem Fenster und ermöglicht durch diese geologische Sonderheit die unglaubliche alpine Pflanzenvielfalt.